Leserbrief der

vom 23.09.2023

Landwirte müssen sich anpassen

▶ Betrifft: Grundwasserschutz im Wendland

Es mag sein, dass beim Streit um Vanille- oder Schokopudding sicherlich der persönliche Geschmack im Vordergrund steht. Dennoch teilen beide Varianten eine Gemeinsamkeit: Die Kartoffelstärke, die in beiden enthalten ist, stammt höchstwahrscheinlich aus dem Wendland. Tatsächlich werden hier auf rund 3 000 Hektar Ackerflächen Stärkekartoffeln angebaut. Es ist weithin bekannt, dass Kartoffeln einen beträchtlichen Wasserbedarf für ihr Wachstum haben. Erfahrene Landwirte können Erträge von 40 bis 70 Tonnen pro Hektar erzielen, vorausgesetzt, ausreichend Wasser steht zur Verfügung. Der Klimawandel hat jedoch auch unsere Region nicht verschont. Geringere Niederschlagsmengen, erheblich gesteigerte Verdunstungsraten und ein beschleunigter Abfluss von Wasser nach Starkregenereignissen haben in den vorigen Jahren zu einer Abnahme der Neubildung von Grundwasser geführt. Deshalb möchte ich nachdrücklich darauf hinweisen: Die Landwirte müssen sich an die sich ändernden Standortbedingungen anpassen und nicht umgekehrt! Die Landwirtschaft muss sich ändern, und das bedeutet auch, bewässerungsintensive Anbaukulturen stark zu reduzieren oder zu vermeiden.

Tröpfchenbewässerung effizienter

Die Beregnung der Felder über Kopf ist in Zukunft nicht mehr akzeptabel; kostbares Grundwasser darf nicht in der Luft verdunsten. Zum Glück hat die Kreisverwaltung endlich Regeln aufgestellt, wann die Beregnung erlaubt ist. Dies ist ein erster Schritt in die richtige Richtung, damit einige Landwirte nicht weiter ineffizient und ressourcenverschwenderisch handeln können. Es ist ein Fakt, dass die Tröpfchenbewässerung eine effizientere Methode im Vergleich zur herkömmlichen Überkopfberegnung ist. Sie verbraucht 52 Prozent weniger Wasser und 19 Prozent weniger Stickstoff. Dies reduziert nicht nur den Wasserverlust, sondern minimiert auch das Risiko der Nährstoffauswaschung. Hier müssen langlebige Schläuche verwendet werden, die nicht nur kurzzeitig haltbar sind und dann neben Resten der schwarzen Folie untergepflügt werden. Dies ist absolut inakzeptabel. Und welche Lösungen hat die CDU, um mit den Herausforderungen des Klimawandels umzugehen? Sie fordern Speicherbecken für mehrere Millionen und Stauanlagen, finanziert von der Gesellschaft. Es ist für mich schwer nachvollziehbar, dass die Landwirte ernsthaft darüber nachdenken, von der etablierten Herangehensweise „Immer weiter so“ abweichen zu wollen. Unsere Bauern betonen mit unermüdlichem Stolz, dass sie eine entscheidende Rolle bei der Ernährung der Weltbevölkerung spielen müssen. Doch wie sieht es mit der Verantwortung in unserer Heimat für den Grundwasserschutz aus?

 

Adelheid Danielowski,
Gedelitz
 

Bearbeitet am: 26.09.2023/ad

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