Ein „Hinweis“, der von der Problematik ablenkt
Betrifft: Artikel „Große Herausforderungen“ (EJZ vom 7. März)
Bei seinen Ausführungen während der Kreisversammlung des Bauernverbands Nordostniedersachsen (BVNON) kam Geschäftsführer Johannes Heuer unter anderem auf das Thema Grundwasser und Beregnung zu sprechen. Er beruft sich dabei auf Gutachten, aus denen hervorgehe, dass es vor allem der Wasserstand der Elbe sei, der verantwortlich dafür ist, ob die Grundwasserspiegel sinken oder steigen.
Es müsste Herrn Heuer als Geschäftsführer des BVNON eigentlich klar sein, dass diese Aussage nur für den Teil der Pegel zutrifft, die in den Niederungen der Elbe liegen. Für andere Pegel ist seit Jahrzehnten ein Rückgang der Grundwasserstände zu beobachten. Wenn man bedenkt, dass im Landkreis Lüchow-Dannenberg auf die Landwirtschaft mehr als 80 Prozent der Gesamtentnahmen aus dem Grundwasser entfallen, lenkt der „Hinweis“ von Herrn Heuer auf die altbekannten und von niemandem bezweifelten Zusammenhänge zwischen Wasserführung der Elbe und Grundwasserstand in den Elbtalauen ab von der eigentlichen Problematik – zum Beispiel dem Versiegen von Hangquellen und dem Trockenfallen von Bächen.
Aussagekräftiger sind da schon die Aussagen einiger wissenschaftlicher Gutachten, die im Rahmen des von der Europäischen Union und dem Land Niedersachsen geförderten Projekts „No Regret – Genug Wasser für die Landwirtschaft?!“ vorgestellt wurden.
Dort wurde aufgezeigt, dass die Grundwasserstände sehr wohl durch Entnahmen für die Beregnung beeinflusst werden. Da das Untersuchungsgebiet hauptsächlich im Landkreis Uelzen lag, bleiben allerdings für unser Gebiet einige Fragen unbeantwortet.
Deshalb ist dem Landkreis uneingeschränkt recht zu geben, und das liegt
bestimmt auch im Interesse der Landwirtschaft, dass durch ein eigenes Gutachten
Klärung herbeigeführt wird. Dadurch wären – endlich – die dringend notwendigen
Voraussetzungen geschaffen, den Herausforderungen des Klimawandels zu begegnen
und durch ein landesweites Wasserversorgungskonzept zu regeln, wie die
begrenzten verfügbaren Grundwassermengen nachhaltig verwaltet werden können –
eine wahrhaft große Herausforderung! Dr. Erich
Dr. Erich Bäuerle
Tosterglope