Zustand des Grundwassers unklar
▶ Betrifft: Lokalberichterstattung zur Wasserproblematik
Ich finde die Berichterstattung der EJZ zur Wasserproblematik im vergangenen Zeitraum sehr widersprüchlich. Mir ist nach der Lektüre völlig unklar, ob der Grundwasserspiegel im Landkreis in den letzten Jahren gesunken ist – oder eben nicht. Zugegeben: Die vielen Aspekte (Regenwasser, Elbewasser und so weiter) machen das Thema nicht einfach.
Ich habe unter anderem viele Jahre Steuerungstechnik entwickelt und weiß aus Erfahrung, dass ein komplexes Problem unbedingt in kleinere – und dann hoffentlich lösbare – Probleme zerlegt werden muss, damit man nicht aus Verzweiflung aufgibt. Ich möchte dies am Beispiel Erderwärmung erläutern.
Die statistische Entwicklung der Erdtemperatur ist auch komplex. Schließlich gibt es Jahreszeiten, diverse Vegetationsregionen, Breitengrade, Meeresströmungen, Jetstream und viele andere Einflüsse. Obwohl die Zusammenhänge so kompliziert sind, werden regelmäßig durchaus aussagefähige Grafiken über die Entwicklung der Erdtemperatur in den letzten Jahrzehnten erstellt. Dazu werden diverse Messwerte aus den einzelnen Bereichen zusammengetragen und ausgewertet. Dies ist eine bewährte Vorgehensweise.
Es wäre aus meiner Sicht also möglich, aus diversen Messwerten der Wassereinträge und Wasserentnahmen des vergangenen Jahres einen voraussichtlichen Gewinn beziehungsweise Verlust für das Grundwasser zu berechnen. Es bietet sich aber auch ein anderes Verfahren an, dass meines Erachtens zur Kontrolle sowieso erforderlich ist: Jede Messstelle übermittelt den aktuellen Pegelwert an die Zentrale, wo Grafiken mit der Entwicklung dieses Wertes über das ganze Jahr erstellt werden.
Diese Werte kann man dann sehr gut mit denen der vergangenen Jahre
vergleichen. Dann könnte man versiegende Bäche und sterbende Bäume vielleicht
erklären. Wenn die reale Entwicklung weiterhin unbekannt bleibt, weil ja alles
so kompliziert ist, kann es durchaus passieren, dass die Brunnen – völlig
überraschend – irgendwann kein Wasser mehr liefern. Und, wie ein Politiker aus
Schwaben so treffend sagte, dann „isch over!“. Eindringliches und klärendes
Nachfragen bei den zuständigen Stellen wäre meines Erachtens Aufgabe einer guten
Tageszeitung.
Detlef Kober
Riebrau