„Gute Basis für weiteres Vorgehen“
Workshop zum Gesamtkonzept Elbe am Abschnitt Damnatz-Hitzacker – BI kritisiert unter anderem eine nicht mehr aktuelle Datenbasis
Hitzacker. Wie kann das 2017 verabschiedete Gesamtkonzept Elbe, das strategische Konzept für die Entwicklung der deutschen Binnenelbe und ihrer Auen, zwischen Damnatz und Hitzacker umgesetzt werden? Um darauf Antworten zu finden, kamen am Dienstag auf Einladung des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes (WSA) Elbe etwa 100 Teilnehmende aus Verbänden, Vereinen, Behörden, Wirtschaft, Politik sowie Wissenschaft und Forschung in Hitzacker zusammen.
Kira Colbatz, Teilprojektleiterin für die Maßnahmen zur Umsetzung des
Gesamtkonzeptes Elbe im WSA Elbe, resümierte per Pressemitteilung: „Für uns war
der Workshop ein großer Erfolg: Expertinnen und Experten haben gut verständlich
Fakten zum Istzustand vermittelt. Die regionalen Stakeholder gaben zahlreiche
und wichtige Hinweise für die weitere Umsetzung des Gesamtkonzeptes Elbe
zwischen Damnatz und Hitzacker. Der intensive und gewinnbringende Austausch ist
eine gute Basis für das weitere Vorgehen.“
Die Planungen an verschiedenen Varianten haben begonnen und werden in den
kommenden Monaten, auch unter Berücksichtigung der Ergebnisse dieses ersten
Workshops und von Klimasimulationen, fortgesetzt. Die Planungsvarianten für die
komplexe Maßnahme sollen im kommenden Jahr bei mehreren Veranstaltungen in der
Region vorgestellt und diskutiert werden.

Bild: Wie kann man das Gesamtkonzept Elbe zwischen Hitzacker und Damnatz umsetzen? Das war Thema des Workshops. Aufn.: A. Hettig
Kritik kommt von der BI
Die Bürgerinitiative (BI) Umweltschutz Lüchow-Dannenberg hat die Veranstaltung nicht ganz so euphorisch verlassen. Deren Sprecher Wolfgang Ehmke teilte der EJZ mit: „Die Datenbasis des Gesamtkonzepts stammt aus den Jahren 2013 und davor. Sie ist nicht mehr aktuell und muss an die veränderten Bedingungen angepasst werden. Seither sind Gütertransporte auf dem Fluss eingebrochen, es gibt signifikante Veränderungen im Wasserdargebot der Elbe, Trockenheit und Dürre sind prägend.“ Fragen nach dem Nutzen eines Ausbaus der Elbe als Wasserstraße vor dem Hintergrund der extremen Trockenphasen seien nicht beantwortet worden, kritisieren die hiesige BI und auch der Landesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz Niedersachsen. Es sei offengeblieben, ob und wie viele Frachtschiffe diesen Abschnitt passieren und wie viele Güter transportiert werden. Fast die gesamte Berufsschifffahrt weiche mittlerweile auf den Elbeseitenkanal aus, wo verlässlich planbarer Gütertransport möglich sei, meinen die Vertreter der Bürgerinitiativen.
Defizite an der Reststrecke
Dr. Gudrun Hillebrand von der Bundesanstalt für Gewässerkunde (BfG) hatte über die Entwicklung der Sohlhöhen im Bereich der sogenannten Elbe-Reststrecke informiert und aufgezeigt: „Seit 20 Jahren gibt es keine Sohlerosion zwischen Damnatz und Hitzacker.“ Dennoch gebe es Defizite in diesem Bereich der Elbe, konstatierte die Expertin. Der Geschiebetransport in alternierenden Bänken, einer für die Elbe untypischen Sonderform des Transportes von Sand im Gewässerbett, führe dazu, dass die Elbe-Reststrecke die Binnenschifffahrt zwischen Magdeburg und Lauenburg behindere. Der gute ökologische Zustand, ein Ziel der europäischen Wasserrahmenrichtlinie, sei noch nicht erreicht. Die Auen seien nach den Forschungsergebnissen des Bundesamtes für Naturschutz zwar weniger stark verändert als beispielsweise jene am Rhein, jedoch gelte es, diesen guten Zustand auch im Bereich der Elbe-Reststrecke durch die Umsetzung von geeigneten Maßnahmen zu erhalten und zu verbessern.
ejz