vom 13.04.2024

„Ein Vorzeigeprojekt“

VON DETLEF BOICK

Neues Kippwehr bei Prezier kostete 45 000 Euro

Prezier. An den unterschiedlichen Wasserständen vor und hinter dem neuen Kippwehr am Wasserauslauf des Grabens 31 in den Lüchower Landgraben bei Prezier kann man gut sehen, wie diese Sperre ihre Funktion erfüllt. Der rund zweieinhalb Kilometer lange Graben mit einem Einzugsgebiet von mehr als einem Quadratkilometer ist gut gefüllt. Zwischen Wehr und Lüchower Landgraben plätschert das Wasser dagegen mehr als einen halben Meter tiefer über eine mit Wasserbausteinen ausgekleidete Sohle. Mit einer großen Handkurbel kann Adolf Tebel, der Vorsitzende des Wasser- und Bodenverbandes Lüchower Landgrabenniederung, den Stand des Wehres zentimetergenau so regulieren, dass das Wasser auf den südlich gelegenen Flächen gehalten wird und nicht einfach abfließt. Dadurch trage das Wehr dazu bei, dass sich der Grundwasserstand im Einzugsgebiet des Grabens wieder erhöht und dass der Graben im Sommer nicht wieder austrocknet wie in mehreren Dürrejahren zuvor. „Ein Vorzeigeprojekt“, betont Tebel.

Bild: Adolf Tebel verstellt mit einer Handkurbel das neue Kippwehr. Petra Bernady von der Ökologischen Station in Bergen hat die Planung und den Einbau des Wehres begleitet. Aufn.: D. Boick

Schon seit dem Herbst ersetzt die neue Anlage ein provisorisches Wehr, mit dem der Wasserverband ausprobiert hatte, ob der Bau eines neuen Wehres sinnvoll ist. Insgesamt 45 000 Euro habe die Anlage gekostet, berichtete Tebel. Für den Förderantrag auf Mittel des Landes für nachhaltige Wasserwirtschaft hatte man vor drei Jahren mit Kosten von rund 35 000 Euro kalkuliert. Das Land übernimmt die Hälfte, habe aber das Geld noch nicht überwiesen, der Landkreis zahlt die andere Hälfte und die Mehrkosten von rund
10 000 Euro.


Die Ökologische Station Wendland-Drawehn des BUND und des Niedersächsischen Landesbetriebes für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) in Bergen begleitet das Projekt und hat den Wasser- und Bodenverband bei der Umsetzung beraten. Mit einem automatischen Pegelmesser ein paar Meter vom Wehr entfernt wird nun alle zwei Wochen der Wasserstand des Grabens im Rahmen eines kreisweiten Messsystems dokumentiert, erläutert Petra Bernardy, die Leiterin der Ökologischen Station.

Auch an anderen Gräben in der Landgrabenniederung im Lemgow soll das Wasser mit Wehranlagen zurückgehalten werden, erläuterte Tebel. Allerdings soll das mit technisch einfacheren, aber auch regulierbaren Wehren geschehen, die günstiger sind. Die neue Anlage dient auch dem Naturschutz. Zum Einzugsgebiet des aufgestauten Grabens gehören nicht nur Äcker und Wiesen, sondern auch 40 Hektar Naturschutzfläche mit einem besonderen Lebensraumtyp, der feucht gehalten werden muss.
 

Bearbeitet am: 13.04.2024/ad


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