Niedersachsen warnt vor drohender Wasserknappheit
VON ELISABETH WOLDT
Umweltminister Meyer (Grüne) erarbeitet mit Kommunen, Versorgern, Verbänden und Bauern einen „Masterplan Wasser“ gegen den Klimawandel
Hannover. Niedersachsens Industrie, Landwirtschaft und auch Verbraucher müssen in Zukunft einen neuen Umgang mit der Ressource Wasser finden. „Die Klimakrise ist in Niedersachsen angekommen“, sagt Umweltminister Christian Meyer. „Noch haben wir alle gutes Wasser, aber wir müssen was dafür tun.“ Dass man auch über Knappheiten rede, sei etwas Neues. Es sei nicht mehr selbstverständlich, dass wir zu jedem Zeitpunkt, überall in Niedersachsen ausreichend Wasser in guter Qualität für uns haben. „Daran müssen wir für die Zukunft arbeiten“, betont der Grünen-Politiker.
Infolge der Klimakrise nehmen Hochwasser und Starkregen vor allem im Winter zu, ebenso wie Niedrigwasser in den Flüssen und Dürrephasen im Sommer. Zudem steige in der warmen Jahreszeit der Verbrauch. Und wegen der höheren Temperaturen verdunste auch mehr Wasser.
Das führe dazu, dass die „Wasserschere“ immer weiter auseinanderklaffe, sagt Meyer. Mal gebe es zu viel und dann wieder zu wenig Wasser. Und die wertvolle Ressource Grundwasser könne nicht mehr schnell genug nachgebildet werden.
Deshalb arbeitet das Umweltministerium gemeinsam mit Wasserversorgern, Kommunen, Umweltverbänden und Vertretern der Landwirtschaft jetzt an einem „Masterplan Wasser“. Der Entwurf für diese Strategie sieht unter anderem das Wassersparen sowie für Maßnahmen zum Hochwasserschutz vor.
Positive Signale gibt es dabei vom Landvolk Niedersachsen. „Wir müssen uns auf Wetterextreme vorbereiten“, sagt Thorsten Riggert, Vorsitzender des Ackerbauausschusses in dem landwirtschaftlichen Verband. Größte Bedeutung komme dabei den Möglichkeiten des Wasserrückhalts in der Fläche zu. „Wir werden uns in den Prozess einbringen, auch mit innovativen Vorschlägen. Wir werden es aber nicht akzeptieren, wenn die Belange der Landwirtschaft dabei nicht angemessen berücksichtigt werden und wir nur zusätzliche Belastungen hinnehmen sollen“, so Riggert.
Kritik am Konzept des Masterplans gibt es von der CDU. Die umweltpolitische
Sprecherin Verena Kämmerling beklagt, dass die Landesregierung beim Thema Wasser
nicht schnell genug handele. „Masterpläne werden ständig angekündigt, ohne sie
entsprechend zu finanzieren. Von der einst angekündigten Taskforce Hochwasser
hört man nichts mehr, die Starkregenvorsorge sowie dringende Deichsanierungen
werden nicht mit notwendigen Finanzmitteln unterlegt.“