Ziel: Ressource Wasser gerecht verteilen
Landkreis lud zur Fachtagung nach Dannenberg ein – 2028 soll ein Konzept zur
Wasserversorgung vorliegen
Dannenberg. „Wassermanagement wird noch wichtiger werden“, sagte Landrätin Dagmar Schulz (parteilos) vor Kurzem im Dannenberger Ostbahnhof. Zu einer Fachtagung waren mehr als 80 Menschen aus der Land- und Forstwirtschaft, von Wasserversorgern, den Wasser- und Bodenverbänden, der Politik und verschiedenen Behörden sowie der Wissenschaft gekommen, wie die Kreisverwaltung in einer Pressemitteilung informiert. Bei der Landwirtschaft habe sich die Landrätin für den maßvollen Umgang mit dem Grundwasser bedankt: „Wasser ist Gemeingut und muss allen gerecht zur Verfügung stehen. In der letzten Zeit wurde wahrgenommen, dass die Landwirtschaft sehr verantwortungsvoll mit den Entnahmen umgegangen ist.“
Tägliche Beregnungspause
Ralf Kohrs-Lichte, Vorsitzender des Beregnungsverbandes Lüchower Landgraben, begrüßt ein Wasserversorgungskonzept, das die Interessen von Landwirtschaft, Naturschutz und allen anderen Wassernutzern gleichermaßen berücksichtigte. Zum Schutz des Grundwassers gelte im Beregnungsverband bereits seit zehn Jahren eine tägliche Beregnungspause: Zwischen 12 und 18 Uhr wird nicht bewässert. Gemeinsam mit der Ökologischen Station Bergen und dem Landkreis teste der Verband zudem Konzepte zur Wasserrückhaltung. „Wenn wir mehr Wasser in der Fläche halten können, brauchen wir weniger zu beregnen“, erklärte Kohrs-Lichte. Das schone nicht nur das Grundwasser, sondern senke auch die Kosten für landwirtschaftliche Betriebe.

Bild: Der Landkreis Lüchow-Dannenberg arbeitet an einem Konzept für das Wassermanagement in der Region. Vor Kurzem gab es eine Fachtagung in Dannenberg dazu. Foto: R. Groß
Derzeit dürfen im Bereich des Grundwasserkörpers Jeetzel Lockergestein rechts pro Jahr maximal 39 Millimeter Wasser pro Quadratmeter beregnet werden. Die Kosten für die Wassergabe eines Liters auf dem Quadratmeter belaufen sich pro Hektar auf fünf Euro.
Drei Arbeitsgruppen hatten gearbeitet
Der Landkreis Lüchow-Dannenberg arbeitet bekanntlich an einer Modulation der Klimafolgen im Bereich Wasser. Dr. Karin Bardowicks, Untere Wasserbehörde, informierte in Dannenberg über den Stand des Wasserversorgungskonzepts. „In allen Sitzungen der Arbeitsgruppen konnten wir konstruktive Ideen und Anregungen, aber auch Sorgen gemeinsam besprechen“, sagte Bardowicks. Von 2024 bis zu diesem Frühjahr hätten drei Arbeitsgruppen zu den Themen Landwirtschaft, Wasserrückhaltemaßnahmen und Grundwasserabhängige Ökosysteme getagt. „Wir haben für einen Maßnahmenkatalog Lösungen für die Anpassung der Wasserwirtschaft an den Klimawandel gesucht.“ Parallel wurden Fördermittel eingeworben (EJZ berichtete), um mit einer Modellierung Fragestellungen zu analysieren, wie die Wechselwirkungen zwischen den Oberflächengewässern und dem Grundwasser, dem Einfluss der Elbe auf den Grundwasserkörper Jeetzel Lockergestein rechts und auf den Zufluss aus Sachsen-Anhalt bestehen. „Eine der wichtigsten Maßnahmen ist die Wasserrückhaltung, aber auch in allen anderen Bereichen des Wasserversorgungskonzeptes ist eine Anpassung an den Klimawandel notwendig, zum Beispiel beim Sparen von Trinkwasser, eine nachhaltige Bewässerung in der Landwirtschaft und die Vorsorge für Starkregen, erklärte Dr. Karin Bardowicks.
Die Veranstaltung hatte unter anderem auch das Ziel, die Arbeit des Gewässerkundlichen Landesdienstes (GLD) zu erläutern, der für die Ermittlung, Aufbereitung und Sammlung von hydrologischen und hydrogeologischen Daten in Niedersachsen zuständig ist. Außerdem untersucht und beurteilt der GLD die Auswirkungen auf Gewässer und berät die Wasserbehörden.
In diesem Rahmen erläuterte zum Beispiel das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) die rechtlichen Rahmenbedingungen einer Grundwasserentnahme und einen seit 2024 geltenden Erlass des Niedersächsischen Umweltministeriums zur Mengenbewirtschaftung. Der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) stellte sein Pegelmessnetz sowohl für Oberflächengewässer als auch für Grundwasser vor und gab Hinweise, wie Pegelstände von der Öffentlichkeit eingesehen werden können.
Ein Fachvortrag der Landwirtschaftskammer zum Thema Beregnungsbedürftigkeit und Beregnungswürdigkeit von Feldfrüchten rundete das Thema insgesamt ab.
ejz