vom 27.01.2026

Wasserdefizit im Wendland besonders hoch

VON KARL-FRIEDRICH KASSEL

Zu wenig Regen: Negativwerte bei der Wasserbilanz in Lüchow-Dannenberg weit über dem Landesdurchschnitt

Lüchow. Weil es immer weniger Niederschläge gibt, bleibt die Neubildung von Grundwasser hinter den langjährigen Werten zurück. Diesen Zusammenhang stellt das niedersächsische Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) in einer Mitteilung über eine Auswertung des niedersächsischen Kompetenzzentrums Klima her.

Bild: An solchen Messstellen erfasst der Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten-. und Naturschutz Umweltdaten an verschiedenen Punkten in Lüchow-Dannenberg. Foto: K.-F. Kassel

Das Zentrum hatte die Auswirkungen des Klimawandels auf das Grundwasser untersucht. Demnach ist das Defizit in der klimatischen Wasserbilanz in Lüchow-Dannenberg besonders hoch, wie die LBEG-Pressestelle mitteilt.

Auch 2025 deutlich unter langjährigem Mittel

Das hydrogeologische Jahr 2025 bleibe im Landesdurchschnitt deutlich unter dem langjährigen Mittelwert, heißt es in der Mitteilung. Zu wenig Niederschlag führe zu geringerer Neubildung des Grundwassers. Dabei sei Grundwasser eine besonders schützenswerte Ressource. Es sei wichtig für die Trinkwasserversorgung, die zu 90 Prozent aus den tiefen Wasservorkommen stammt. Ein großer Teil geht in die Bewässerung in der Landwirtschaft. Außerdem seien die Grundwasservorkommen als Ökosystem schützenswert.

Schon Anfang 2025 hatte das LBEG darauf hingewiesen, dass das niedersächsische Wasserdefizit im vorigen März das größte seit Beginn der Wetteraufzeichnungen gewesen sei. Mit der klimatischen Wasserbilanz wird die Bilanz aus Niederschlägen und der potenziellen Verdunstung bezeichnet. Es habe vor einem Jahr im Landesdurchschnitt ein Minus von 39 Millimeter Wasser gegeben.

Niederschläge im Oktober glichen Minus nicht aus

Das entspreche einem Defizit von 39 Litern je Quadratmeter. Das sei so wenig wie noch nie seit Beginn der Wetteraufzeichnungen und liege an geringen Niederschlägen. Zwar habe es im Oktober 2025 überdurchschnittlich viele Niederschläge gegeben. Doch die konnten den Landesmittelwert nicht ausgleichen, heißt es in der Mitteilung des LBEG. In Lüchow-Dannenberg liegt dieses Defizit noch einmal deutlich höher. Hier liegt der Defizitwert bei 164 Millimetern oder 164 Litern je Quadratmeter. Was an Wasser gekommen sei, war deutlich geringer als die potenzielle Verdunstung, teilt die Pressestelle des LBEG mit. Wie sich dieses Defizit auf die Neubildung des Grundwassers auswirkt, lasse sich mengenmäßig noch nicht abschätzen. Sicher sei jedoch, dass die Neubildung des Grundwassers schlechter ausfallen werde als im langjährigen Mittel. Nach der Auswertung des niedersächsischen Kompetenzzen-trums Klima lag die klimatische Wasserbilanz auf Landesebene bereits in den vergangenen zehn Jahren unter dem Durchschnitt. In einem Zeitraum von 25 Jahren liegt nach Angaben des Landesamts die Neubildung des Grundwassers auf einem niedrigen Niveau.
 

Bearbeitet am: 27.01.2026/ad


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