vom 12.01.2024

Hinweis der AG-Grundwasser-Redaktion:

NASSKALTE WITTERUNG IM LANDKREIS

Mehr Wasser im Boden

Durch den vielen Regen der vergangenen Wochen hat sich der Boden an vielen Stellen in Lüchow-Dannenberg vollgesogen. Trotzdem könne auch 2024 wieder ein Dürrejahr werden, warnt die Kreisverwaltung. »

Grundwasser hat sich erholt

NLWKN: deutliche Unterschiede zwischen Niederungsgebieten und Geestflächen – für Rückkehr zu Vordürre-Niveau mehr als ein nasses Winterhalbjahr nötig

VON KARL-FRIEDRICH KASSEL

Lüchow-Dannenberg. Die Grundwasserstände haben sich durch den Regen der vergangenen Wochen und Monate messbar erholt. Nach Angaben des Niedersächsischen Landesbetriebes für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) zeigen die gemessenen Werte normalen oder hohen Grundwasserstand an. Aktuelle Werte sind auf dem Portal des Landesbetriebes unter www.grundwasserstandonline.nlwkn.niedersachsen.de zu erfahren.

Bild: An solchen Messstellen, hier ein Pegelbrunnen des Kreisverbandes der Wasser- und Bodenverbände, kontrolliert der Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz die Grundwasserstände in Lüchow-Dannenberg. Aufn.: WaBo Kreisverband

Regen positiv für Grundwasserstand

Das Portal enthält drei Messstellen für Lüchow-Dannenberg. Es gebe deutliche Unterschiede zwischen den Messergebnissen in Niederungsgebieten oder unter Geestflächen, teilt der NLWKN mit. Die Bewertung, ob ein Grundwasserstand als normal oder hoch eingestuft wird, richtet sich nach dem Referenzzeitraum von 30 Jahren zwischen 1991 und 2020. „Normal“ bedeute dabei bereits eine deutliche Entlastung bei der Grundwassersituation. Die feuchten Witterungsverhältnisse des Jahres 2023 haben sich positiv auf den Stand des Grundwassers ausgewirkt, stellt Carsten Lippe vom NLWKN fest. Ausreichende Niederschläge haben im Sommer zu Verzögerungen bei der Absenkung des Grundwasserstandes und zu einem deutlichen Anstieg in den letzten Wochen des Jahres geführt.

Zeitnahe Auswirkungen in Niederungen

Die Ergebnisse an den verschiedenen Messstationen fallen unterschiedlich aus, unter anderem wegen der unterschiedlichen Durchlässigkeit von Deckschichten oder bei generell höheren Grundwasserständen in Feuchtgebieten. In Niederungen mit ihrem höheren Grundwasserstand wirken sich Niederschläge laut NLWKN „zeitnah“ aus. In solchen Gebieten gibt es aktuell hohe bis sehr hohe Grundwasserstände. In Geestgebieten machen sich Niederschläge dagegen nur „mit Zeitverzug“ bemerkbar. Der Regen der vergangenen Wochen habe zu einem hohen Sättigungsgrad im Untergrund geführt, heißt es weiter in der Auskunft des NLWKN. Der Boden sei wie ein vollgesogener Schwamm. Zusätzlicher Regen drücke Wasser aus tieferen Schichten weiter nach unten ins Grundwasser. Fachleute nennen das eine Kaskade.

Dürrejahre haben Spuren hinterlassen

In Lüchow-Dannenberg reagierten die Grundwasserstände „relativ direkt“ auf die nassen Witterungsverhältnisse des vorigen Jahres. Im Landkreis haben die trockenen Jahre allerdings auch in den Niederungen Spuren hinterlassen. Die Auswirkungen fallen dort jedoch geringer aus als in den Geestgebieten. Deshalb kann in solchen grundwassernahen Lagen ein Anstieg auf mittlere Verhältnisse schnell stattfinden, heißt es in der Mitteilung des Landesbetriebes.
Außerhalb der Niederungen werde mehr als ein überdurchschnittlich nasses Winterhalbjahr nötig sein, um wieder auf ein Grundwasserniveau zu kommen, das der Situation vor 2010 entspricht. Endgültig lassen sich die Auswirkungen des Wettergeschehens erst nach der Zeit der Grundwasserneubildung, also nach Ende des Winterhalbjahres bewerten, stellt der NLWKN fest.


 

Ihre EJZ heute


Da sind sich Kreisverwaltung und Niedersächsischer Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz einig: Der Regen der vergangenen Wochen habe den Grundwasserbestand in Lüchow-Dannenberg erhöht, aber das bedeute nicht, dass die Dürrejahre seit 2018 damit erledigt sind. Mitte Januar mag da als Zeitpunkt einer Beurteilung ohnehin noch viel zu früh sein. Auch das schreiben beide von der EJZ angefragte Behörden sinngemäß in ihren Antworten. Die Artikel lesen Sie auf dieser Seite Ihrer heutigen EJZ. Die für mich und die meisten Menschen wohl wichtigste Aussage dürfte die sein: Es kann trotz der aktuellen Regenschwemme in einem halben Jahr erneut zu wassersparenden Maßnahmen kommen, sollte die Sonne unerbittlich auf die Erde brennen. Aber unnütz war der Regen natürlich nicht. Ich gehe davon aus, dass der Boden in einem besseren Zustand ist als noch vor Monaten. Wir werden es sehen.

Ihr Jens Heymann

 


Kommentar und Anschreiben an die EJZ-Redaktion

Moin,
Ich finde die Seite "Lokales" der EJZ vom 12.01.24 ausgesprochen ärgerlich.

Karl-Friedrich Kassel kreiert  die Überschrift "Grundwasser hat sich erholt", stellt diese Aussage aber in seinem Artikel  gleich wieder in Frage, weil eine endgültige Bewertung erst nach Ende des Winterhalbjahres erfolgen kann.

Jens Heymann erläutert unter der Überschrift "Defizite noch nicht ausgeglichen" ausführlich, dass die vergangenen  Dürrejahre durch die derzeitigen Niederschläge nicht ausgeglichen wurden.

Ja, was denn nun? Reden die beiden Redakteure vielleicht mal miteinander und klären den realen Sachverhalt?

Detlef Kober
Riebrau


 

Bearbeitet am: 12.01.2024/ad


Zurück zur Homepage

http://www.ejz.de