vom 05.12.2025

Trocken – aber beitragspflichtig

VON ROUVEN GROSS

Zwei von drei Bächen in der Göhrde sind versiegt, ein weiterer schrumpft. Doch einen Beitrag zur Gewässerunterhaltung muss die Kommune trotzdem bezahlen

Göhrde. Trocken, sogar zu trocken ist die Göhrde schon seit Jahren. Bislang betraf diese Trockenheit vor allem die Land- und die Forstwirtschaft, aber seit einiger Zeit werden die Folgen auch für jedermann immer deutlicher sichtbar. Vor allem dadurch, dass die Bäche, die die Göhrde durchziehen, verschwinden. Zumindest teilweise. Das Verschwinden hängt direkt mit dem Klimawandel zusammen – bedeutet aber nicht, dass die Gemeinde Göhrde keine Beiträge mehr zur Gewässerunterhaltung zahlen muss.

Bild: Der Kateminer Mühlenbach ist in der Göhrde nahe seinem eigentlichen Quellgebiet nur noch als leichte Vertiefung zu erkennen. Foto: R. Groß

 

Die Frage, warum die Gemeinde trotz des Nicht-Vorhandenseins von unterhaltungspflichtigen Gewässern Beiträge an einen Gewässer-Unterhaltungsverband zahlen muss, ploppt dort immer wieder auf, regelmäßig vor allem während der Gemeinderatssitzungen, bei denen es um den Haushalt der Kommune geht. Denn der Posten ist nicht unerheblich, im laufenden Jahr 55.000 Euro, bei einem Gesamthaushaltsvolumen von 1,3 Millionen Euro. Die Antwort gibt der Kreisverband der Wasser- und Bodenverbände: Dort erläutert man, dass das Niedersächsische Wassergesetz vorschreibt, dass die Kommunen Mitglieder in den Unterhaltungsverbänden sein und für die Kosten der Unterhaltung bestimmter Gewässer im Verbandsgebiet aufkommen müssen. Und das solidarisch mit einem Beitrag, der sich an der Fläche der Kommune beziehungsweise an deren Versiegelungsgrad bemisst – nicht danach, wie groß der Unterhaltungsaufwand in der jeweiligen Kommune ist.

Eines der versiegten Göhrde-Gewässer ist der Kateminer Mühlenbach (EJZ berichtete). Der entsprang früher einmal auf einer Grünfläche zwischen dem Göhrder Schloss und der Landesstraße 253 nach Himbergen. Er floss unter der Bundesstraße 216 hindurch Richtung Elbe, durch ein Tal, das sich zum Fluss hin abflachte. Heute sieht man dort kein Wasser mehr. Erst dort, wo die ersten größeren Entwässerungsgräben, etwa der Pommoißeler Graben, in den Kateminer Mühlenbach fließen, beginnt er wieder, oberflächlich zu fließen.

Trockenheit wirkt nach

Ein anderes Gewässer, der Metzinger Bach, führt seit Jahren schon nur noch zeitweise Wasser. Und das auch nur auf bestimmten Strecken. Als letztes Fließgewässer der Göhrde ist der Harlinger Bach noch ganzjährig wasserführend – mit Ausnahme der ganz besonders trockenen Jahre 2018 und 2019, wo jener Bach ebenfalls zu einem Rinnsal schrumpfte. „Insgesamt ist in der Göhrde und dem Drawehn zu beobachten, dass die Quellgebiete immer weiter flussabwärts zu finden sind. Dieser Sachverhalt liegt daran, dass die Grundwasserstände in der Göhrde und im Drawehn laut Messdaten des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) immer weiter absinken und die dortigen Fließgewässer in großen Teilen grundwasserabhängig sind“, betont man in der Wasserbehörde.
 

Bearbeitet am: 05.12.2025/ad


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